Asgardschiff

12.09.2007

11:13

 

Nun war bereits einige Zeit vergangen, nachdem der Tok'Ra Nillin im Körper seines Wirtes Malek von Roschua zusammen mit seinem treuen Leibwächter Unas von den Asgard gerettet worden war.

Bislang hatten sie noch niemanden auf dem Schiff gesehen und befanden sich hauptsächlich in ihrem Quartier, um die neuesten taktischen Daten auszuwerten. Sie wussten, dass das Schiff bald die Umlaufbahn der Ta'uri erreichen würde, um mit ihnen die aktuelle Lage in ihrer Galaxis zu besprechen. Während der Abwesenheit der Menschen hatte sich einiges verändert und da die Ta'uri schon oft bewiesen hatten, erfindungsreiche Kämpfer zu sein, wollte man das Bündnis mit ihnen erneuern und sie über einen neuen gefährlichen Gegner informieren.

 

Mit geschlossenen Augen lag die junge Frau auf der Liege in ihrem Quartier. Wie lange ist es bereits her, dass die Asgard sie gerettet hatten? Sie wusste es nicht. Zulange hatte sie geschlafen. Langsam setzte sie sich auf. Die Augen geschlossen. Woran sie wohl dachte? Wahrscheinlich an das riesengroße Loch, das in ihren Gedanken war.

"Wie kann man nur alles vergessen?", wisperte sie und ging auf die Tür zu. Die Augen hatte sie dabei noch immer geschlossen.

Sie lief nach ihrer Erinnerung. Zum ersten Mal würde sie freiwillig ihr Quartier verlassen. Jedes neue Detail saugte sie auf wie ein Schwamm Wasser. Es war alles so fremd. Dieses Schiff. Die Wesen, die hier lebten und ihre Wunden behandelt hatten. Dass sie im Weltraum flogen. Es war alles so unwirklich und doch echt. Ein leises Seufzen entwich den blassen Lippen und aus großen Augen begann sie, sich umzusehen.

 

11:14

 

Langsam wurde es Mittag und Malek bekam Hunger. Da er nicht alleine mit seinem Leibwächter essen wollte, ging er hinaus in den Flur, um den Gesellschaftsraum aufzusuchen. Als er sein Quartier verließ, spürte er eine ihm unbekannte Präsenz. Es war die Präsenz eines Symbionten. Da er zusammen mit Unas der einzige Tok'Ra an Bord sein sollte, machte er seinem Leibwächter eine Geste, ihm zu folgen. Sie sahen noch niemanden, doch es musste ein Goa'Uld in der Nähe sein.

 

Unas hatte es sich im weniger beleuchteten Teil des Quartiers
aufgehalten. Ein Auge immer auf die Türe gerichtet. Er versuchte, sich
etwas zu entspannen, was ihm seit er an Bord dieses Schiffes war, nicht
besonders gut gelungen war. Zu wenig Deckung, eingesperrt, eine fremde
Umgebung, nein, er fühlte sich hier nicht wohl. Auch, wenn sein Symbiont
Talek ihn immer wieder versuchte, zu beruhigen und ihm erklärte, dass er
auf diesem mächtigen Schiff sicher war. Doch in Unas Augen war er in
einem ihm bekannten Wald, auch wenn es dort Goa'Ulds gab, sicherer, als
hier an diesem Ort. Doch er konnte nichts an seiner Situation ändern,
also musste er sich damit anfreunden. Die Zat'n'ktel, die er an einem
Holster vor seiner Brust trug, beruhigte ihn wenigstens etwas.
Plötzlich durchzucke ihn ein merkwürdiges Gefühl, er spürte Gefahr,
konnte sie aber nicht zuordnen. Erneut war er auf die Hilfe von Talek
angewiesen, der seine Annahme bestätigte. Zu seinem Bedauern stellte er
auch im selben Moment fest, dass der Tok`Ra Malek gerade sein Quartier
verlassen wollte. Ein tiefes kurzes Brummen deutete seine Ablehnung an.
Doch er wusste, dass Malek sehr stur sein konnte, deshalb war er mit einem
Satz auf den Beinen und folgte ihm.
Mit wenigen Schritten hatte er ihn eingeholt und an der Schulter
festgehalten. Fragend sah er ihm in die Augen. Als wolle er ihn fragen,
ob er es auch spürte. Worte waren nicht notwendig, Malek war einer der
wenigen, die Unas auch ohne die Hilfe von Talek gut verstand.

 

11:15

 

Mit einem Mal kniff die junge Frau die Augen zusammen und legte eine Hand auf ihren Bauch. Was war das, was sie da spürte? Was da näher kam? Ihr war nicht wohl bei dem Gedanken und ihre Schritte beschleunigten sich. Den Asgard hatte sie doch nie bemerkt, wenn er kam. Wer oder was war das jetzt auf einmal? Sie begann zu rennen, als versuche sie zu entkommen. Was, wenn das, was da kam, verantwortlich war für ihren Gedächtnisverlust? Wenn sie sie nun holen wollten? Das würde sie nicht zulassen.

 

Malek wusste sofort, dass Talek dasselbe spürte, wie er. Doch bevor er das Gefühl weiter erforschen konnte, war es wieder verschwunden. Malek schloss kurz seine Augen, um seinen Symbionten Nillin sprechen zu lassen: "Talek, ich denke, wir sollten den Kommandanten dieses Schiffes darüber informieren, dass sich ein Goa’ Uld an Bord befindet", sagte Nillin mit der typischen Symbiontenstimme. "Lass uns zur Brücke gehen." Nillin hatte die Baupläne des Schiffes studiert und kannte den Weg, auch wenn jeder Gang gleich auszusehen schien. Wenige Minuten später machte der Tok’Ra vor einer großen Tür Halt. Nillin schloss die Augen und trat dann hinein.

 

Brücke des Asgardschiffes

11:20

 

Unas folgte Malek in einem immer gleich bleibenden Abstand. Jeder der
Gänge, die sie durchquerten, war hell erleuchtet. 'Gut, um Feinde zu sehen,
aber leider auch, um gut gesehen zu werden', dachte Unas. Auf jedes
Geräusch achtend folgte er seinem Begleiter. Auf der Brücke angekommen,
senkte er kurz seinen Kopf. Als er ihn hob, glühten seine Augen für einen
Moment. "Malek, der Kommandant scheint nicht hier zu sein!" Talek hatte
die Kontrolle übernommen. Da er durch den Körper von Unas sprach, hörte
es sich sehr tief an, und die Betonung einiger Worte würde sich für
einen Fremden seltsam anhören. Doch Unas Stimmbänder und sein Kehlkopf
waren nicht soweit entwickelt wie die eines menschlichen Wirts. Doch
man verstand ihn, wenn man es wollte.

 

"Das ist merkwürdig", sagte Malek. "Er hat mir gesagt, er sei hier zu finden, aber bei diesen Asgard weiß man nie so genau. Versuchen wir es später noch einmal. Hast du auch so einen Hunger wie ich, Unas?", fragte Malek seinen Freund.

 

Unas ging noch einige Schritte nach vorne. Er sog die Luft tief ein, konnte aber nichts wahrnehmen. Talek meinte, es wären die Luftfiltergeräte, weshalb Unas nichts roch. Ein kurzer Knurrlaut drückte seine Missbilligung aus, bevor er zu Malek sah. Er schüttelte auf seine Frage hin nur den Kopf.

 

11:21

 

Gerade, als die beiden die Tür erreichten, blitzte es auf der Brücke und ein Asgard erschien. "Entschuldigt bitte meine Abwesenheit", sagte der Asgard zu den Tok'Ra. "Es gab eine wichtige Besprechung des Hohen Rates der Asgard. Ich bin Odin. Womit kann ich euch behilflich sein?"

 

11:22

 

Da Unas keinen Hunger hatte, überlegte sich Malek, ob er ihm trotzdem beim Essen Gesellschaft leisten würde. Malek zuckte mit den Schultern und begab sich Richtung Ausgang, bis seine Augen ein helles Leuchten hinter sich wahrnahmen. Er drehte sich wieder um und sah sich einem Asgard gegenüber, der sich höflich entschuldigte und sich vorstellte. Malek schloss kurz die Augen, bevor er die Frage des Kommandanten erwiderte: "Als wir eben unser Quartier verließen, fühlten Talek und ich eine Präsenz an Bord des Schiffes. Es besteht kein Zweifel, dass sich ein Goa'Uld an Bord befindet", sagte Nillin knapp. Die Tok'Ra schaute zu Talek hinüber und ihr Blick fragte stumm: "Hast du dem noch etwas hinzuzufügen?"

 

Als Unas ein helles Licht hinter sich wahrnahm, dachte er sofort:
'Ringtransporter'. Im selben Moment griff seine Hand nach dem Zet'n'ktel
und liess es es auseinander gleiten, so dass es schussbereit in seiner
Hand lag. Geschickt und mit nur wenigen Schritten nahm er den Platz
direkt vor Malek ein, so dass diesem keine Gefahr drohen konnte.
Die Knie gebeugt, zum Sprung bereit, beobachtete er genau, was dort
passierte. Das helle Licht blendete ihn, so dass er die Augen zusammen
kneifen musste. Jedoch verlor er das Licht nicht aus den Augen. Erst,
als er erkannte, dass es kein Ringtransporter war, nahm er wieder eine
etwas aufrechtere Position ein. Doch seine Waffe senkte er erst, als
Talek ihm sagte, dass es eine Asgardtechnologie war und er ein kleines
graues Wesen sah, das nicht sehr bedrohlich wirkte und scheinbar keine
Waffe trug.

 

Cheyenne Mountain-Complex,

Büro des Kommandanten,

11:15 Uhr

 

Seit seiner Versetzung zum Stargate Programm hielt sich der General die
meiste Zeit hier in seinem Büro auf. Wenn er nicht gerade im Papierkrieg
kämpfte, war er damit beschäftigt, den Corporal zu verfluchen, der es
schaffte, immer neue Ablageplätze für Akten auf seinem Schreibtisch zu
finden. Gerade hatte er eine neue Anforderung für Toilettenpapier und
andere Hygieneartikel unterschrieben, als es ihn mal wieder in den
Besprechungsraum trieb.

Nicht, um eine Konferenz zu führen, sondern, nur um aus dem feuer- und kugelsicheren Fenster zusehen. Der Anblick des Kreises faszinierte ihn immer wieder, egal, wie oft er ihn sich ansah. Zwei Wachen waren im Torraum, mehr waren nicht mehr nötig, seit das Programm gestoppt worden war. Leider hatte Newman das Tor noch nie in Funktion gesehen, er wurde erst zu diesem Programm versetzt, als es
bereits auf Eis gelegt war.

Sein Einsatz hier war bereits früher geplant gewesen, doch der Irakkrieg verlangte dann seine volle Aufmerksamkeit, sodass eine Versetzung in das SGC nicht möglich gewesen war. Fasziniert starrte er das Tor an, als eine Stimme ihn aus seinen Tagträumen riss.

Major Justin LaRosa stand an der metallenen Treppe, die den Kontrollraum mit dem Konferenzraum verband. "Faszinierender Anblick, nicht wahr, General?" Dieser lächelte leicht und nickte. "Was kann ich für Sie tun, Major?"
LaRosa zögerte kurz: "Das archäologische Personal beklagt sich über die
Ausrüstung..." Sein Gesicht zeigte selbst Betroffenheit, als er
hinzufügte: "... und das zu Recht, General!"

Robert Newman verstand das Problem, doch dem Finanzausschuss etwas Geld herauszuleiern, war eine Kunst für sich, welche der General, der bisher nur Kampfeinsätze kommandiert hatte, noch nicht beherrschte. "Ich kümmere mich darum, Major." Dieser nahm Haltung an und salutierte. Der General erwiderte flüchtig den Gruß, bevor er ein letztes Mal aus dem Fenster sah. Sein Schreibtisch wartete schließlich noch auf ihn.

 

Gänge

 

Entspannt lehnte Toru an der Wand des Liftes, der ihn weit unter den
Erdboden in den Cheyenne Mountain-Complex brachte.
Erst jetzt stellte er fest, wie sehr ihm diese Umgebung gefehlt hatte. Er
freute sich schon darauf, wieder die Krankenstation betreten
zu können. Die Türen des Fahrstuhls öffneten sich. Nachdem er sich kurz
orientiert hatte, machte Toru sich auf den Weg zum Büro des
Kommandanten.

Büro des Kommandanten

11:16


Dort angekommen blieb er im Türrahmen stehen und salutierte. "Major Toru
LaCroix meldet sich wie befohlen zum Dienst, Sir".

 

11:17

 

Der General blickte hinter einem Stapel Akten hervor und erwiderte den
militärischen Gruß. "Rühren!" Er klappte eine Akte zu, auf der mit
großen dicken Buchstaben „TOP SECRET“ stand. Nun konzentrierte er seine
volle Aufmerksamkeit auf den Major, dankbar für jede Störung, die es ihm
erlaubte, die Formulare und Akten zu vergessen. "Setzen Sie sich, Major."
Er deutete ihm, auf einem Stuhl vor dem Tisch Platz zu nehmen. "Entschuldigen Sie das Chaos, aber Papier war schon immer mein größter Feind." Ein leichtes
Lächeln huschte dabei über seine Lippen.
"Wie war Ihre Reise?" In seinem Kopf begann die Suche nach dem Namen
dieses Mannes, irgendwo darin fand er die Dienstakte des Majors und rief
sie sich zur Erinnerung.

 

Toru lächelte kurz, als er die Anmerkung des Generals hörte, dann nahm er Platz.
"Recht angenehm - es freut mich, wieder hier sein zu können", antwortete er knapp. Smalltalk war nie seine Stärke gewesen.

 

Etwas verwundert sah der General den Major an. "Das wundert mich, wenn
ich ehrlich bin. Ein hoch ausgezeichneter Major wie Sie, der
wahrscheinlich alle Positionen bekommen kann, will in ein Programm, das
nicht mehr aktiv geführt wird." Der General stand aus dem breiten
Ledersessel auf und lief zu einem kleinen Beistelltisch, der etwas
abseits des Schreibtisches stand. In der Kanne, die mit Wasser gefüllt
war, spiegelte sich das Licht der Lampen. Newman nahm sich eines der
Gläser und füllte es mit dem erfrischenden Nass. "Für Sie auch etwas, Major?"

 

"Sehr gerne, danke", antwortete Toru. Nach einer kurzen Pause fügte er
hinzu: "Um ehrlich zu sein, habe ich die Hoffnung noch
nicht ganz aufgegeben, dass das Programm wieder eröffnet wird. Und falls
das passiert, werde ich wohl einen recht interessanten
Arbeitsalltag haben - und wenn nicht, habe ich genug Zeit, um mich meinen
Studien zu widmen - sehr viele medizinische Notfälle werden dann wohl nicht auftreten."

 

Der General füllte ein zweites Glas, bevor er wieder auf seinem Sessel Platz
nahm und es dem Arzt reichte. "Machen Sie sich keine zu große Hoffnung, Major.
Wenn nichts Unplanmässiges passiert, könnte es bereits in naher Zukunft zur
Stilllegung kommen. Man würde das Tor verschließen, alleine die Betriebskosten
dieser Basis gehen in die Millionen. Die Soldaten, welche hier sind und zu 95
Prozent nichts zu tun haben, kosten dem Steuerzahler ein kleines Vermögen."
Der General nahm einen großen Schluck aus seinem Glas, bevor er es auf einen
Untersetzer auf dem Schreibtisch abstellte. "Verstehen Sie mich nicht falsch.
Auch mir wäre es am liebsten, wenn wir wieder Teams losschicken könnten und
nicht einfach die Augen verschließen müssten, vor dem, was in der Galaxis
passiert.“

 

11:19

 

"Warten wir es mal ab", antwortete Toru, "ich persönlich sehe das recht
gelassen, auch wenn es mir am liebsten wäre, noch eine Weile hier bleiben zu können.“ Nachdem er einen Schluck genommen hatte, fügte er hinzu: "Außerdem denke auch ich, dass wir die Augen nicht vor dem Rest der Galaxis verschließen dürfen - denn der Rest der Galaxis wird dies wohl auch nicht tun."

 

Der General dachte kurz über die Worte nach und nickte dann. "Wollen wir
nur hoffen, dass sie uns nicht zu stark ins Auge fassen. Momentan ist nur
knapp ein Drittel des Stützpunktes ausgelastet. Sorgen zeichneten sich
auf seiner Stirn ab, während er darüber nachdachte.

 

"Wollen wir mal hoffen, dass die Außerirdischen, die sich für uns
interessieren, uns freundlich gesinnt sind“, sagte Toru. Ihm war der sorgenvolle Ausdruck des Generals nicht entgangen. Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: "Wenn es Ihnen Recht ist, würde ich gern mein Quartier und die Krankenstation
beziehen - man weiß ja nie, wann der nächste Notfall eintritt.“

 

11:22

 

Robert musste sich eingestehen, dass er den Arzt nicht ewig aufhalten
konnte, um den Papieren zu entkommen. In diesem Moment erschien wieder
der Corporal in der Türe, einen Karton mit Akten auf dem Arm. Leise
stöhnte der General auf und warf dem Corporal einen bösen Blick zu, doch
dieser zuckte nur mit den Schultern.

"Natürlich Major, auch wenn ich glaube, dass der einzige Notfall ein
Schnitt in die Finger, verursacht von zu vielen Akten, sein könnte." Sein
Blick fiel wieder auf den Corporal und er deutete ihm, den Karton neben
dem Schreibtisch abzustellen.

 

11:23

 

"Ich fürchte, da werde ich Ihnen nicht viel mehr als ein Pflaster anbieten können - es sei denn, Sie würden eine Amputation bevorzugen ... das würde die Akten wohl in Zukunft fernhalten", scherzte Toru, während er sich zum Gehen wandte.

 

 

Kantine

11:20

 

Sean betrat die Kantine und ließ seinen Blick kurz über das heutige Angebot an
Essen schweifen, dabei pickte er sich ein paar Sachen raus, die er auf jeden Fall
haben wollte. Dann ließ er seinen Blick auch noch durch den Raum schweifen, um
festzustellen, dass er die Kantine fast für sich alleine hatte. Es waren nur
vereinzelt Plätze besetzt. Danach nahm Sean ein Tablett und Besteck. Er füllte
das Tablett mit den Sachen, die er haben wollte und begab sich dann zu einem
Tisch und fing an zu essen.

 

11:21

 

Der Blick auf seine Armbanduhr bestätigte den Verdacht des Majors. Er
wollte ja bereits vor zwei Stunden Frühstücken. Das Knurren seines
Magens bestätigte, dass es nun wirklich Zeit dafür wurde. Da ohne die
neue Ausrüstung ein Weiterarbeiten im Labor ohnehin wenig Sinn machen
würde, beschloss er einen Abstecher in die Kantine zu machen.
Dort angekommen hatte er sich schnell einen Überblick über das
Tagesangebot verschafft und sich ein kleines Menü zusammengestellt,
dessen Hauptbestandteil Kaffee und Kartoffeln darstellten. Etwas
tierisches Eiweiß und Soße rundeten sein, etwas anderes, Frühstück ab.
Auf der Suche nach einer Sitzgelegenheit, fiel ihm ein Stuhl neben einem
Captain auf, der wohl auch noch nicht lange hier war. Zielsicher steuerte
er den freien Platz an. "Ist hier noch frei, Captain?"

 

 

Krankenstation

11:24

 

Auf der Krankenstation begann Toru erst einmal, sich in Ruhe umzusehen. Es
waren im Moment keine Patienten anwesend, so dass er sich in aller Ruhe mit den neuen Gegebenheiten befassen konnte. Interessiert blieb er am OP Tisch stehen und begutachtete die Geräte, die seit seiner "Verletzung" hinzugekommen waren.
Mit einem traurigen Ausdruck blieb sein Blick schließlich an der
UV-Lampe im Nebenraum hängen, die sich bei geringeren Unterkühlungen als sehr nützlich erwiesen hatte.

 


Bresko

 

"Gib auf, Doc! Wir kriegen Dich sowieso!", drang die raue Stimme des
Anführers der Wachen namens Hartus Karn, an Minkus' Ohr, während
dieser auf seine Verfolger zielte. "Niemals!", kam prompt die Antwort
des kräftigen jungen Mannes am Tag 3 seiner Flucht. Larun kauerte
hinter einer Steinmauer unweit der Stelle, an der das Schicksal der
beiden Breskoner Minkus und Corla vor wenigen Monden beschlossen
worden war. Es bedeutete Exil und der Termin für Larun war auf den
heutigen Tag festgesetzt worden. Seit der Urteilsverkündung hatte er
sich versteckt gehalten, doch nun war er aufgespürt worden. Die
Kanalisation der Stadt Kelil war gut genug gewesen, für etliche
Stunden zu pausieren.
Minkus schloss seine Augen, um die Ecoroni abzufeuern. Der grünfarben
schimmernde Strahl der energetischen Waffe, welche die Breskoner wie
einen Stirnreif auf dem Kopf trugen, schoss aus ihr hervor und...
verfehlte ihr Ziel um wenige Zentimeter. Statt eine der Wachen
auszuschalten, zerfetzte der Strahl einen etwa 2 Meter entfernten
Vorratsbehälter für Honig, der seinen Inhalt in hohem Bogen auf den
sich gerade herumdrehenden Wachmann ergoss. Die klebrige Masse
brannte in den Augen und setzte so einen der Gegner ausser Gefecht.
Larun lachte laut auf und verschwand dann im Schatten des Chaos
wieder in der Kanalisation.

 

 

Dezember 2007

 

Bresko

 

 

"Ich habe mit meiner Frau gesprochen, Doktor. Es wäre uns beiden eine
Ehre, Ihnen weitreichendere Unterstützung zuteil werden zu lassen,
als nur die Versorgung mit Lebensmitteln." Minkus nickte seinem
ehemaligen langjährigen Patienten zu, während er fast gierig die
Suppe löffelte. "Danke für dieses großzügige Angebot, Chip, aber ich
kann das nicht zulassen. Ich habe Sie und Ihre Familie schon genug
gefährdet. Das heute wird mein letzter Besuch sein." Die beiden
Breskoner sassen im Keller, als im Erdgeschoss des geräumigen Hauses
Schritte zu hören waren. Nachdem sich der Eigentümer des Heims
aufgeschreckt erhoben hatte, war nun auch Larun beunruhigt und
aktivierte seine Ecoroni, welche er die letzten Stunden nicht mehr
abgenommen hatte. "Ihre Tochter?", flüsterte er Chip zu, doch dieser
schüttelte nur den Kopf und legte seine Hände zusammen an die Wange,
um zu bedeuten, dass diese schon im Bett schlief. Starr warteten die
beiden Männer ab, doch als sich die Tür zum Keller öffnete,
versteckten sich beide rasch hinter den Vorratskisten der Familie.

Bereit, seine Waffe abzufeuern, verliess der Mediziner seine Deckung
leicht. Schuhe waren zu sehen, doch mehr verriet der ungebetene Gast
nicht. Es wäre Minkus sehr unangenehm gewesen, in diesem
unbescholtenen Wohnhaus Lärm zu verursachen und die Familie damit in
größte Schwierigkeiten zu bringen. Ein paar Schritte mehr und dann
war das Gesicht des Einbrechers zu erkennen. "Oh mann...", seufzte
Larun laut auf und schritt ins funzlige Licht des Steinkellers. "Du
hast uns einen heiden Schrecken eingeflösst, Mann.. Tu das nie
wieder." Larun lächelte, ehe er seinen Cousin fest umarmte. "Es tut
gut, Dich wiederzusehen, Minky", erwiderte dieser die Begrüssung,
dann gab er Chip die Hand und setzte sich.

"Ich bin hier, weil ich Dir sagen wollte, dass Corla soeben zur
Stadtmauer gebracht wird." Minkus' Augen weiteten sich und man konnte
an seiner Mimik erkennen, dass er angestrengt nachdachte, was nun zu
tun sei. "Ich muss versuchen, das zu verhindern", entgegnete er und
steuerte entschlossen die Treppe an. "Moment mal, Doc, hier." Mit
diesen Worten übergab der Werkzeugmacher Larun eine kleine
Ledertasche, welche der Breskoner sogleich öffnete. 2 scharfe Messer
und mehrere nützliche Utensilien waren darin geordnet
verstaut. "Danke." - "Ich danke Ihnen. Sie sind für unsere Familie
unersetzbar, Doktor." Minkus lächelte. "Kein Mensch ist unersetzbar,
Chip." Gerührt nickte der Patient und gab dann den Weg frei. Larun
verschwand zügig aus dem Haus und tauchte dann in der Dunkelheit der
Gassen unter.

 

Nach 4 Stunden Fußmarsch konnte Minkus das Terrain, auf welchem die
Verbannung seiner Verlobten Corla besiegelt werden sollte, gut
überblicken. Im diesem Moment wurde die 30-jährige aus dem Transporter
geführt. Sie trug eine geräumige Tasche, dazu feste Schuhe, um ihr
Überleben in der unbekannten Welt jenseits der Mauern von Bresko zu
sichern. Zumindest für eine geraume Zeit. Larun hatte die Hoffnung bis
zuletzt nicht aufgegeben, dass sich die Regierung den Reformvorschlägen
der Opposition, welche in den letzten 7 Monaten immer konkreter
formuliert und auch mit Nachdruck von einer breiteren Basis in der
Bevölkerung getragen worden waren, noch umgesetzt würden, doch in
diesem Augenblick konnte der Arzt diese Hoffnungen begraben.

Während sich die Truppe der Mauer näherte, an der im Grunde noch keine
Öffnung sichtbar war, vergewisserte sich Larun davon, dass seine
Ecoroni aktiviert war. Die begleitenden Wachen wechselten unterdessen
mit Corla ein paar Worte, dann entfernten sie die Handschellen und
deaktivierten das Schutzgitter unmittelbar vor den Toren der
Stadtmauer, welche sich nun auseinander bewegten. Was sollte Minkus nun
tun? Er hatte wenig Chancen, sie zu befreien, so ganz alleine gegen 4
Wachen? Da Larun nie Kampfkunst gelernt oder sonstige sportliche
Anstrengungen in diesem Bereich unternommen hatte, blieb nur die
Ausnutzung des Überraschungsmoments.

Gerade, als Minkus seine Deckung verlassen wollte, ertönte
Maschinenlärm, der immer lauter anschwoll, doch eine Quelle dafür
konnte niemand der Anwesenden ausmachen, bis....

Ein dreieckiger Schatten überwand soeben die Stelle, an welcher Corla
durchs Gate geschickt werden sollte. Dann erschien ein Raumschiff von
mittelmäßiger Größe und blieb über der Gruppe Wachen stehen. Larun
musterte die Gesichter der Breskoner Garde, doch darin konnte er auch
nur Entsetzen und Überraschung erkennen. Diese Aktion gehörte
zweifellos nicht zur Verbannung dazu. Was geschah also hier? Larun
sprang auf und näherte sich der Position des Transporters, duckte sich
hinter ihm, um nicht entdeckt zu werden. Ein Blick nach oben verriet
dem Mediziner, dass sich im Innern des Raumers etwas tat. Mit
ohrenbetäubendem Lärm öffnete sich der Rumpf.

 

Einer Windhose gleich, allerdings etwas mechanischer, klappten etwa
30 cm lange silberfarbene Platten nacheinander gen Boden. So formte
sich ein Tunnel, welcher sich zu einem Transporter entwickeln sollte,
doch davon ahnten die Personen um die Wachposten noch nichts. "So nah
sind sie noch nie gekommen!", schrie einer der Garde dem Hauptmann
zu, bevor sie sich im Inneren des eigenen Transportschiffes in
Sicherheit brachten. Wenige Augenblicke später war dieses auch schon
gestartet und verschwand Richtung Innenstadt.

"Corla, lauf!", warnte Minkus seine Geliebte, doch der Rüssel des
dreieckigen Gleiters war der jungen Frau schon verdammt nahe
gekommen. Ohne sich verteidigen zu können, sprintete Corla los, als
sich das Ende des Tunnels, da, wo sich die Öffnung befand, hinter ihr
fast am Boden befand. Der Weg zurück zu Larun war ihr somit
versperrt. Doch die fremde Kultur gab Corla nicht einmal die Wahl des
Exils, stattdessen musste Larun zusehen, wie sich der monströse
Fortsatz des bedrohlich wirkenden Raumers über die junge Frau stülpte
und sie nahezu aufsaugte. "NEIN!", schrie Minkus, als er sich seiner
Waffe wieder bewusst wurde. Sein Blick fixierte einen Teil des
Rüssels, ehe er die Augen schloss, um die benötigte Konzentration
aufbauen zu können. Im nächsten Moment schoss ein grün schimmernder
Strahl aus seiner Ecoroni, flog ein paar Bögen, um dann genau die
Stelle zu treffen, welche der Breskoner zuvor fokussiert hatte.

Mit einem "Klack" brach einer der Kacheln heraus und landete vor
Larun auf dem sandigen Boden. Doch diese kleine Verwundung konnte dem
Aggressor nicht viel anhaben. Die Windhose versank so schnell, wie
sie gekommen war, wieder innerhalb des Dreiecks und das Schiff röhrte
auf, bevor es über die Stadtmauer hinweg verschwand. Der Doc sah auf
und konnte gerade noch erkennen, wie sich die Feinde ins Niemandsland
davonmachten. "Das kann nicht sein. Was?" Ohne lange zu überlegen
schulterte Minkus seine Tasche und lief los. Die Tore waren noch
nicht wieder geschlossen, also nahm der junge Arzt an, dass auch das
Kraftfeld noch deaktiviert war.
Minkus hatte Recht. Ungehindert konnte er seine Heimatstadt verlassen.

Mit einem lauten Schnappen glitten die beiden schweren Torflügel
aufeinander und Larun verharrte. Da gab es nur einen schmalen Weg
durch den Sicherheitsbereich, der sich um die gesamte Mauer von
Bresko schlang. Doch zu langen Überlegungen kam der Mediziner nicht.
Stattdessen öffneten sich die Schleusen auf der gesamten Länge von
etwa 200 Metern, direkt über dem Boden und Larun bemerkte, wie sich
der Weg, welcher in der Breite ungefähr 2 Meter betrug, mit Wasser
füllte. Da Minkus nicht schwimmen konnte, nahm er die Füsse in die
Hand und rannte los. Die Welle schwoll mit tosender Geschwindigkeit
an und kurz, bevor Larun das Ende des Ganges erreichen konnte, wurde
er zusammen mit der Welle hinaus in die Verbannung gespült.
Bewusstlos blieb der junge Doc im hohen Schnee der klirrenden
Winterlandschaft liegen, etwa 150 Meter von Bresko's Stadtmauer
entfernt.

 

Cheyenne Mountain-Complex

Kantine

11:22

 

Sean sah von seinem Tablett auf und in die Richtung, aus der die Stimme kam.
Er schaute sich seinen Gegenüber kurz an und während er sich wieder
seinem Mittag zuwandte, sagte er: "Sicher, Major."

 

Krankenstation

11:30

 

Nachdem er alle Geräte gründlich inspiziert hatte, einige Proben, die er zur
Analyse mitgebracht hatte, im Labor verstaut hatte, der erschrockenen Krankenschwester erläutert hatte, warum er keinen Schutzanzug beim Betreten des Labors angelegt hatte und schließlich noch seine Sachen in seinem Quartier untergebracht hatte, kam Toru eine Idee. Mit knappen Schritten ging er zu einem an der Wand hängenden Telefon und ließ sich mit dem General verbinden: "Major LaCroix hier, Sir. Ich würde gerne eine Quarantäneübung durchführen, um zu sehen, wie gut wir im Falle einer Epidemie von der Aussenwelt abgeschnitten wären.
Dazu bräuchte ich aber Ihre Zustimmung ..."

 

Der General legte gerade eine Akte zur Seite, als das Telefon seine
Aufmerksamkeit verlangte. "General Newman", meldete er sich. Kurze Zeit
überlegte er sich den Vorschlag des Majors. "Einverstanden, informieren
Sie aber das Wissenschaftslabor Nr. 3 auf Ebene 23. Sie befinden sich
gerade in einer kritischen Phase ihres Experimentes und ich möchte nicht,
dass sie ihre Arbeit unterbrechen müssen." Er wartete, ob der Major noch
etwas zu sagen hatte.

 

11:31

 

"Vielen dank, Sir, Sie hören dann, wenn es losgeht“, antwortete Toru und legte
auf. Dann rief er kurzerhand in dem Labor an und fragte nach dem Status des
Experimentes - zu seiner großen Freude war es soeben abgeschlossen worden. Mit einem freudigen Grinsen schlug er auf den Alarmschalter neben dem Telefon und rief eine medizinische Quarantäne durch die Lautsprecher in der gesamten Basis aus.

Kantine

11:31

 

LaRosa hatte gerade sein Tablett etwas zur Seite geschoben, es schmeckte
wie immer. Wie aufgewärmtes Katzenfutter... zumindest stellte er sich
vor, dass es so schmecken könnte. Als der Alarm aufheulte, stöhnte er auf.
"Was ist denn jetzt schon wieder!" Er stand auf, schob seinen Stuhl an
den Tisch und lief Richtung Türe, er wollte die Kommandozentrale auf
Ebene 28 aufsuchen.

 

 

Asgardschiff

Brücke

11:23

 

"Das ist korrekt, Malek von Roschua", entgegnete Odin dem Tok'Ra
ruhig. "Von ihr geht jedoch keine Gefahr aus, seien Sie unbesorgt.
Wir werden uns ihr noch annehmen." Nach diesen Worten schritt der
Kommandant des Schiffes auf eine Kontrollkonsole zu, auf welcher 3
weisse Steine lagen, um diese um wenige Zentimeter zu verschieben.
Unvermittelt erschien daraufhin ein Display. "Das ist der Planet
Bresko. Sie sehen, dass sich in dessen Umlaufbahn ein Goa'Uld-
Mutterschiff und ein uns unbekannter Raumer belauern. Was wir jedoch
bereits herausgefunden haben, ist, dass sich diese fremde Rasse in
regelmässigen Abständen Bewohnern des Planeten bemächtigt. Grund
unbekannt." Odin betrachtete die Gesichter der Anwesenden. "Da die
Bevölkerung nichts über die Stargate-Technologie weiss, sind wir auf
die Unterstützung unserer Verbündeten, der Ta'Uri angewiesen, mit
denen wir in naher Zukunft Kontakt aufnehmen werden. Dort werden wir
Sie beide auch absetzen. Darüberhinaus hatten wir gehofft, Sie
könnten vielleicht über Wissen verfügen, welches uns bei diesem
Rätsel weiterbringt?" Erwartungsvoll sah Odin die beiden
Neuankömmlinge an.

 

11:24

 

Trotz der beschwichtigenden Worte des Asgard war Malek nicht wohl dabei, einen Goa'Uld an Bord zu haben, harmlos oder nicht. Malek schloss kurz die Augen, um seinen Symbionten sprechen zu lassen. Sie war wesentlich älter und erfahrener, als er auf diesem Gebiet. "Das Schiff ist auch den Tok'Ra unbekannt. Was mich wundert ist, warum sich gerade zur selben Zeit ein Goa'Uld-Mutterschiff in der Umlaufbahn des Planeten befindet. Sie könnten zusammenarbeiten. Die Systemlords bekriegen sich so stark wie seid Ewigkeiten nicht mehr. Vielleicht will einer mit Hilfe der Fremden die Vorherrschaft erringen, was für uns nicht gerade von Vorteil wäre."

 

Irgendwo

11:24

 

Neugierig war die junge Frau weiter gelaufen, ohne zu wissen, wo sie jetzt eigentlich war. Zu schnell war sie davongelaufen, ohne auf die Richtung zu achten, wohin sie rannte. Sie ging geradewegs auf eine Tür zu und als diese sich öffnete, huschte sie in den Raum hinein und blickte sich neugierig um. Ihr Blick blieb an einer Konsole mit mehreren weißen Steinen hängen und sie ging auf diese zu. Sie wusste, dass sie es wohl nicht durfte, begann aber trotzdem, die Steine zu verschieben und schluckte hart, als sie sich auf einmal im Dunkeln wiederfand. Irgendwie hatte sie wohl die Energie unterbrochen und sie wurde erst knallrot und dann blass. Hastig darum bedacht, die Energiezufuhr wieder herzustellen, schob sie wie wild die Steine umher und erschrak, als eine Art Alarm anzugehen schien. Panisch sah sie sich um und rannte wieder in Richtung der Tür, um ja nicht mit dem Alarm in Verbindung gebracht werden zu können.

 

Brücke

11:25

 

Unas trat etwas näher zu der Darstellung und musterte die Schiffe, als
plötzlich die Darstellung erlosch und das Licht ausging. Seine Augen
brauchten einige Sekunden, um sich an das neue Lichtverhältnis
anzupassen. Er knurrte leise auf, es gefiel ihm nicht, was hier vor sich
ging. Gespannt sah er zu Malek, ob dieser eine Anweisung für ihn hatte.
Innerlich vernahm er die Bitte von Talek, sprechen zu dürfen. Er schloss
seine Augen, um Talek die Kontrolle zu geben.
Talek war genau so erstaunt gewesen, wie Unas. Deutete der Alarm etwa
daraufhin, dass sie angegriffen wurden? Er konnte jedoch kein Waffenfeuer
feststellen. Seine dunkle, raue Stimme erklang: „Was ist passiert?"

 

Nillin wollte den Asgard gerade noch etwas zu dem Planeten fragen, als die Energie ausfiel. "Der Goa'Uld will wahrscheinlich das Schiff übernehmen", antwortete Nillin Talek. Dann wandte er sich an den Asgard: "Kannst du die Energie von hier aus wieder herstellen?"

 

11:26

 

"Seien Sie unbesorgt, es gibt keinen Grund, sofort das Schlimmste
anzunehmen", antwortete Odin dem Tok'Ra ruhig, ohne mit den Armen
seinen Worten Nachdruck verleihen zu müssen. In diesem Augenblick
aktivierte sich die automatische Notbeleuchtung auf der Brücke des
Asgardschiffes. Danach näherte sich der Kommandant der Konsole, um
die darauf befindlichen Steine neu zu positionieren. Calere wurde
ohne Vorwarnung in einem weissen Strahlenmeer auf die Brücke
transportiert. "Bitte", sprach der Asgard die Frau sogleich sanft
an, "keiner hegt hier böse Gedanken gegen Sie", dabei warf Odin
seinen beiden anderen Gästen vielsagende, ermahnende Blicke zu, "aber
sagen Sie uns, warum Sie das getan haben", ermunterte der kleine
Ausserirdische mit den grossen schwarzen Augen Calere.

 

Nillin erstickte Maleks Proteste im Keim, sodass niemand seinen Protest bemerken konnte. Schließlich war Odin der Captain und nicht Malek. Mürrisch beobachtete der Tok'Ra das Geschehen.

 

Talek hatte Unas die Aussage des Asgards erklärt, so dass er sie auch
verstand. Trotzdem war er relativ nervös, er lief hin und her und hatte
eine Hand an der Zet`n`kitel. Die Frau sah zwar schwach aus, aber sie
war ein Goa'Uld.

 

Vollkommen verdattert sah Calere den Asgard an, ehe sie die beiden männlichen Anwesenden mit misstrauischen Blicken musterte. Wieder fühlte sie die Gegenwart der Symbionten und überspielte so gut sie konnte ihre Unsicherheit. "Es war nicht beabsichtigt", murrte sie in der Sprache der Goa'Uld. Noch keine andere hatte sie gesprochen, obwohl sie auch die Sprache der Ta'uri beherrschte. Doch mussten die das ja nicht wissen. Aufmerksam behielt sie die Männer im Auge. Sie glaubte, sich erinnern zu können, dass der Unas in einem Kampf schwieriger zu besiegen sein würde, als der andere Anwesende. Doch hatte dieser eine Waffe. Nervös berechnete sie ihre Chancen.

 

11:27

 

Der Asgard blinzelte unterdessen mit angedeuteter Verwunderung in der
Mimik, bevor er entgegnete: "Hab keine Angst. Wir wollen Dir nicht
schaden. Wir wissen bereits, dass Du einen Symbionten in Dir trägst.
Auch diese beiden Neuankömmlinge teilen Dein Schicksal." Dabei
deutete Odin auf den Unas und den Tok'Ra. Wir haben Euch alle 3
aufgelesen, weil Ihr in Not ward. Ihr könnt Euch revanchieren, indem
Ihr uns im Kampf gegen die Goa'Uld unterstützt." Der Asgard
pausierte, um die Reaktionen der Anwesenden abzuwarten.

 

11:28

 

Malek blieb weiterhin misstrauisch. Er senkte kurz seinen Blick und stellte sich dann vor: "Malek von Roschua. Darf ich fragen, wie du zu deinem Symbionten gekommen bist?"

 

Calere kniff die Augen noch weiter zusammen, bis sie nur noch schmale Schlitze waren. Bei den Worten des kleinen grauen Männchens zog sich alles in ihr zusammen. Einen Symbionten? Damit konnte sie nichts anfangen.. aber gegen die Goa'Uld zu kämpfen? Bei dem bloßen Gedanken daran wurde ihr schlecht. "Ich bin keine Kämpferin", sagte sie. Hatte keine Ahnung ob es stimmte oder nicht. Wusste sie ja nicht mal ihre Augenfarbe. Gab es auf diesem Schiff ja auch keinerlei Spiegel. Als der Mann sie dann plötzlich ansprach, wäre sie beinahe zusammengezuckt, hob aber herausfordernd und stolz ihr Kinn. "Ich weiß nicht, wovon du redest, Mann", knurrte sie ihn an. Wagte es dieser Mann tatsächlich, sie anzusprechen? Ohne Erlaubnis? Sie war sich nicht sicher, ob das ein Vergehen war.. aber alles in ihr sträubte sich dagegen, von ihm angesprochen zu werden.

 

11:29

 

"Kein Grund, sich aufzuregen. Wissen Sie denn noch, was passiert ist,
warum Sie jetzt hier sind?", hakte Odin mit sanfter Stimme nach. "Es
ist nicht nötig, physisch zu kämpfen, jedoch brauchen wir jede
erdenkliche Hilfe, egal in welcher Form, gegen diese Rasse", fügte
der Asgard erklärend hinzu.

 

11:30

 

Trotz der ermahnenden Worte des Asgards konnte Malek sich eine
Erwiderung auf die unfreundliche Anrede nicht verkneifen: "Kommandant
Odin... sind Sie sicher, dass Sie kein Goa'uld ist? Sie benimmt sich jedenfalls so."

Ha'tak über Bresko

11:25

 

K'Tesh hatte die ganze Aktion der Fremden von der Brücke seines Ha'tak beobachtet. Kurz zuvor hatte er den Sarkophag verlassen, in dem er sich den Rest der Zeit aufhielt. Sein Wirt war alt, auch für Goa'Uld-Maßstäbe und es musste bald Ersatz gefunden werden. K'Tesh hatte nur ein paar unbedeutende Sternensysteme unter seiner Kontrolle, die kaum bevölkert waren. In das Hoheitsgebiet eines anderen Goa'Uld einzudringen, war ihm jedoch nicht möglich, sodass es schwierig war, einen Wirt zu finden, der den Anforderungen des Symbionten genügte. Daher hatte K'Tesh ein Abkommen mit den Fremden geschlossen, die ihm dabei helfen sollten, in den Rang eines mächtigen Systemlords aufzusteigen. Als das fremde Schiff in die Umlaufbahn des Planeten Bresko zurückkehrte, öffnete K'Tesh einen Kanal und fragte: "Haben Sie den Auftrag ausgeführt?"

 

Antarianisches Schiff

11:28

 

Noch ehe Corla das Innere des ausserirdischen Raumschiffes erreicht
hatte, wehrte sie sich gegen den kräftigen Handgriff des Antarianers,
welcher die junge Breskonerin bereits auf der Transporterebene des
fremden Gleiters erwartet hatte. Flink, mit einer routinierten
typisch antarianischen Bewegung, mit welcher diese Rasse auch ihre
Nutztiere bearbeitete, um sie anschliessend zu Nahrungszwecken zu
töten, tauchte eine der Stacheln in Corla's Hals, um das Opfer
bewegungsunfähig zu machen. Alle weiteren Schritte bekam die junge
Frau dennoch hautnah mit. Sie spürte zwar keinen Schmerz, doch die
Sinnesorgane waren weiterhin intakt. Auch die Berührungen der
Antarianer bekam sie mit, hörte alles, sah alles, konnte aber mit
keiner Faser ihres Körpers etwas dagegen unternehmen. Die Dauer
dieser Starre schwankte zwischen wenigen Minuten bis zu einer
irdischen halben Stunde, je nach Dosierung und Konzentration des sich
in den Stacheln befindlichen auf Naquadah-basierenden Nervengiftes.

Corla landete daher in einer der Beobachtungszellen, wo sie starr
liegenblieb. Ihre Ausrüstung wurde ihr abgenommen und von der
wissenschaftlichen Abteilung des Schiffes untersucht. Unterdessen
meldete der Antarianer, welcher für die Ausführung des Befehls
zuständig war, Konan, dem Captain, das Resultat seiner
Bemühungen. "Gute Arbeit", raunte dieser seinem Kollegen zu. Auch,
wenn die Rasse der Antarianer mit ihrem schuppig und mit Stacheln
übersäten schlangenähnlichen Schwanz recht primitiv und tierisch
anmuten musste, war diese Rasse sehr wohl durch eine fortgeschrittene
Technologie und durchaus vorzeigbarer Kultur gekennzeichnet, doch das
Schiff des Konan befand sich mehrere Stargates entfernt.

Als sich das Goa'Uld-Schiff meldete, befand sich Konan gerade auf
seinem Kommandoposten und liess einen Kanal öffnen. "Korrekt. Haben
auch Sie unser Bedingung erfüllt?", wollte er nun von K'Tesh wissen.

 

Ha`tak

11:29

 

"Selbstverständlich - ein Gott steht zu seinem Wort", erwiderte K'Tesh hochmütig. Es befindet sich auf unserer Ringplattform, bereit gegen das auszutauschen, was ich von Ihnen verlangt habe."

 


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